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13.04.2006 Newsletter

Kein Rabatt auf »kulturelle Differenz«

Die frauenpolitische Sprecherin Evrim Baba erklärt:

Das Urteil gegen den Mörder von Hatin Sürücü zeigt, dass Verbrechen gegen Frauen unter religiösen oder traditionellen Vorwand werden nicht länger als "kulturbedingte" Taten toleriert werden. Damit setzt sich endlich die Einsicht durch, dass es bei den Menschenrechten keinen Rabatt auf "kulturelle Differenz" geben darf. Es darf keine Toleranz gegenüber repressive und frauenfeindliche Einstellungen weder aus religiösen, traditionellen noch anderen Gründen.

Die Frauen brauchen keine wohlmeinenden Appelle, sondern Taten, die das Schweigen der über die Unterdrückung von Frauen endlich brechen! Archaische Regeln müssen durch eine emanzipatorische Politik bekämpft werden, die den Frauen die Wahrnehmung ihres Selbstbestimmungsrechts ermöglicht. Der Mord an Hatin Sürücü, der große Teile der Berliner Bevölkerung schockierte, ist kein Einzelfall.

Gewalt gegen Frauen ist in unserer Stadt nach wie vor ein alltägliches Problem. Sie ist dabei nicht auf bestimmte Gruppen beschränkt. Wir brauchen ein gesellschaftliches Klima, das derartige Taten nicht akzeptiert. Frauen und Familienmitglieder, die nach ihren Lebensvorstellungen leben wollen, müssen von unserer Gesellschaft darin bestärkt werden. Ihnen gilt es Hilfe und Schutzangebote zur Verfügung zu stellen. Vor allem brauchen sie Unterstützung dabei, ihren Aufenthalt und ihre Existenz auch unabhängig von der Familie aufbauen zu können. In Berlin verfügen wir über professionelle Hilfsangebote, für die entsprechenden Änderungen im Aufenthaltsrecht setzen wir uns ein.