Frage des Abg. Uwe Doering an Wirtschaftssenator Harald Wolf nach seiner Asienreise im April 2006 :
Ich frage den Wirtschaftssenator, Herrn Wolf: Wie schätzen Sie nach Ihrer Reise nach China und Japan das Interesse der dortigen Firmen an Deutschland und vor allem an der Hauptstadt Berlin ein? Rechnen Sie mit Investitionen von dortigen Firmen?
Präsident Momper:
Herr Senator Wolf - bitte!
Wolf, Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen:
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich habe auf meiner Asienreise in Indien, China und Japan mit einer Vielzahl von Unternehmen gesprochen. Wir haben u.a. Berlin in Shenzhen präsentiert - das ist die erste Sonderwirtschaftszone in China -, wo über 150 Unternehmer anwesend waren und ein großes Interesse am Standort Berlin besteht. Sowohl in China also auch in Indien haben die Unternehmen gegenwärtig eine Entwicklungsstufe erreicht, wo sie verstärkt auf den europäischen Markt drängen, und wir versuchen insofern, Berlin als Standort für die Expansion auf dem europäischen Markt anzubieten.
An konkreten Erfolgen bzw. realisierten Vereinbarungen ist das Folgende anzuführen: In Indien ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem in Berlin ansässigen Softwareunternehmen PSI und einem indischen Unternehmen abgeschlossen worden, das zu den Top 5 der IT-Unternehmen gehört. Dieses Unternehmen hat vor, sich auf dem europäischen Markt auszudehnen, und deshalb ein großes Interesse am Standort Berlin. Diese Zielsetzung versucht es über die Kooperation mit PSI zu realisieren. Das ist sicherlich eine erfreuliche Nachricht.
In China ist es gelungen, das Unternehmen Hasee für eine Ansiedlung in Berlin zu gewinnen. Hasee ist nach dem Unternehmen Lenovo, das eine Kooperation mit IBM eingegangen ist, das zweitgrößte Unternehmen in China, das Notebooks herstellt. Hasee hat vor, noch vor der Fußballweltmeisterschaft einen Showroom für seine Produkte am Leipziger Platz zu eröffnen und den Standort in Berlin zum Hauptquartier für seine Expansion auf dem europäischen Markt auszubauen. Auch das ist sicher eine gute Nachricht für Berlin.
Ich habe noch weitere Gespräche geführt - u. a. mit einem Unternehmen, das ich zurzeit noch nicht namentlich nennen will. Auch dieses Unternehmen denkt darüber nach, in Berlin sein europäisches Hauptquartier zu errichten. Das sieht ganz günstig aus. Ansonsten habe ich während dieser Asienreise noch Gespräche mit dem japanischen Tourismusministerium geführt. Japan versucht zurzeit seine touristischen Werbeaktivitäten zu erhöhen, weil 16 Millionen Touristen aus Japan in das Ausland verreisen, aber nur fünf bis sechs Millionen Touristen nach Japan kommen. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Zahlungsbilanz, und ich habe mit dem japanischen Tourismusministerium darüber gesprochen, dass die ITB eine ausgezeichnete Plattform für eine groß angelegte Werbekampagne Japans bietet. Es gab die Zusicherung, dass die Aktivitäten Japans auf der ITB verstärkt werden.
Insofern bin ich - wenn ich eine Gesamtbilanz ziehe - mit diesem Besuch ausgesprochen zufrieden. Es gab konkrete Entscheidungen und Vereinbarungen - und vor allem Vereinbarungen mit Perspektive wie z. B. die Ansiedlungsentscheidung von Hasee.