Gernot Klemm zur 32. Sitzung des Untersuchungsausschusses Tempodrom am 9. September 2005
In der heutigen Sitzung standen zwei Firmen im Mittelpunkt der Beratung, die am Bau des Tempodroms beteiligt waren und denen ihre Leistungen nicht vertragsgemäß abgegolten worden sind.
Zuerst berichtete Reinhard Lüdecke, dass die von ihm geführte Complet-Bau GmbH noch immer offene Forderungen über mehrere zehntausend Euro gegenüber dem Insolvenzverwalter geltend mache. Sein Unternehmen sei in der Schlussphase des Baus angesprochen worden und habe kurzfristig erhebliche Leistungen erbracht. Er vermutete, dass den verantwortlichen Bauleitern bereits damals klar war, dass das Geld zur Begleichung der Leistungen nicht mehr vorhanden war. Inzwischen lässt er juristisch klären, ob grob fahrlässiges Verhalten der Stiftung Neues Tempodrom vorlag.
Ähnlich war es der Dachland GmbH gegangen, die jedoch inzwischen - wie eine Reihe von anderen Unternehmen - einen Vergleich mit der Stiftung geschlossen hat. Er habe, so führte der Geschäftsführer Michael Eyberg aus, in den Vergleich eingewilligt und auf erhebliche Ansprüche verzichtet, weil die ihm zustehenden Zahlungen wahrscheinlich auf Jahre nicht zu erwarten seien.
Das zirkusreife Jonglieren mit öffentlichen Millionen im Tempodrom-Projekt war ein Spiel, so wurde heute deutlich, in dem auch eine Reihe von kleineren Handwerksbetrieben Schaden nahm.