Von Ingeborg Simon, gesundheitspolitische Sprecherin
Die kassenärztliche Vereinigung Berlin (KVB) hat konstatiert, dass aufgrund der Praxisgebühr arme Berliner immer seltener zum Arzt gehen. Am stärksten sind die Menschen in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln davon betroffen - also dort, wo auch die soziale Armut am größten ist. Hier gingen 12 bis 13 Prozent weniger Menschen zum Arzt.Insbesondere ältere Kranke halten die Zuzahlungen von notwendigen Arztbesuchen ab.
Damit bestätigen sich die von der KVB bereits 2004 gemachten Erfahrungen aufgrund sorgfältiger statistischer Erhebungen. Auch bundesweit wird dieser Trend von den gesetzlichen Krankenkassen und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband beobachtet.
Die Praxisgebühr verschärft die soziale Polarisierung und trägt dazu bei , dass arme Menschen ein größeres Risiko tragen, krank zu werden und sich nicht ausreichend behandeln lassen zu können.
Die Linkspartei.PDS lehnt nicht nur die Praxisgebühr ab, sondern jede Form der Zuzahlung, die unsolidarisch ist gegenüber Kranken ist und insbesondere sozial Benachteiligte trifft,Wir wollen die ungleichen Chancen auf Gesundheit verringern und die Entsolidarisierung im Gesundheitswesen stoppen. Deshalb fordern wir eine solidarische Bürgerversicherung, die alle Bundesbürger und Einkommensarten in die gesetzliche Krankenversicherung einbezieht. Wir wollen, dass die Chancen, gesund zu bleiben bzw. zu werden unabhängig von der Herkunft und dem Einkommen gegeben sind.