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5. Januar 2012 Jutta Matuschek

Verspätungen bei BVG-Bussen wegen Unfähigkeit der Baustellenkoordinierung

Nicht behandelte Mündliche Anfrage Nr. 19 der Abgeordneten Jutta Matuschek (LINKE)

aus der 5. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 08. Dezember 2011 und Antwort

Verspätungen bei BVG-Bussen wegen Unfähigkeit der Baustellenkoordinierung

Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre nicht erledigte Mündliche Anfrage gemäß § 51 Abs. 5 der Geschäftsordnung des Abgeordnetenhauses wie folgt:

Frage 1: Welches sind die zehn Orte oder Straßen- züge, auf denen es regelmäßig zu erheblichen Ver- spätungen im Busverkehr wegen Baustellen, fehlender Ampelbevorrechtigung oder anderer Behinderungen des ÖPNV kommt? Wie viele Minuten Fahrzeitverzögerung kommen an diesen Stellen jeweils pro Tag zusammen?

Antwort zu 1.: Der Senat erhält monatliche, linien- weise Informationen zur Pünktlichkeit von der BVG. Daher kann der Senat auftretende Pünktlichkeitsprobleme nicht auf einzelne Baustellen, Ampelanlagen oder andere Behinderungen lokalisieren. Baustellen und andere Be- hinderungen des ÖPNV sind zudem nur ein Teilaspekt für unpünktliche Fahrten und in der Regel nicht allein ursächlich.

Die BVG hat zur Fragestellung der Auswirkung von Baumaßnahmen, V eranstaltungen und anderer den Omnibusbereich in seiner Pünktlichkeit beeinflussender Faktoren eine Analyse der Verkehrsqualität für den Zeitraum 2008 – 2010/11 bei der VMZ beauftragt. Die wesentlichen Kernaussagen dieser Analyse lauten:

- Räumliche Konzentration von Baumaßnahmen auf die Bereiche Mitte, Charlottenburg, Tiergarten, Pankow

  • -  Anzahl der Baustellen auf hohem Niveau (2008 – 2.254; 2010 – 2.563), mit Schwerpunkt Mai bis Oktober

  • -  Dauer der Baustellen (2008 – 28.412 Tage; 2010 – 43.923) hat deutlich zugenommen um 54,56 %

  • -  große räumliche Übereinstimmung zwischen besonders verspäteten Buslinien und den Schwer- punkten Baustellen- und Stausituationen

  • -  Für 2011 ist mit einer weiteren Steigerung der Baustellenanzahl und -dauer zu rechnen.

Die BVG benennt folgende aktuelle V erspätungs- schwerpunkte im Busverkehr:

• Baustelle Invalidenstraße und Zulaufstrecken zwischen Alt-Moabit und Nordbahnhof

• Mitte (Reichstag bis Alexanderplatz und Friedrichstraße bis Leipziger Straße, die Dorotheenstraße, die Glinkastraße und Behrenstraße)

• der Straßenzug Potsdamer Straße ab Potsdamer Brücke - Leipziger Straße - Gertraudenstraße - Mühlendamm – Molkenmarkt

• Tiergartenstraße zwischen Hiroshimastraße und Klingelhöferstr.

• Ortskern Pankow
• Schloßstraße in Steglitz
• Fennstraße
• Altglienicke
• Karl-Marx-Straße
• Roseneck
• Joachimstaler Str./Lietzenburger Str. (Rankeplatz)

Dazu kommen laut Mitteilung der BVG täglich unterschiedliche Verspätungen von bis zu 60 Minuten, die durch Baustellen, Veranstaltungen, Falschparker, Müllfahrzeuge im Einsatz oder sonstige Straßensperrungen ausgelöst werden. Allgemein besteht laut BVG das Pro- blem, dass die früher vorhandenen Reserven im Straßenraum deutlich reduziert wurden. Im Regelfall kann damit das normale Verkehrsaufkommen bewältigt werden, aber schon kleinere Behinderungen führen zu erheblichen Ver- spätungen, weil es auf den Straßen kaum noch Reserven gibt.

Die BVG schätzt die Fahrzeitverzögerungen pro Tag gegenwärtig auf ca. 15.000 Minuten.

 

Frage 2: Wie hoch ist der jeweilige wirtschaftliche Schaden für die BVG durch diese Behinderungen des ÖPNV?

Antwort zu 2.: Dem Senat liegen hierzu keine eigenen Erkenntnisse vor. Die BVG schätzt den Schaden allein durch ihren Mehraufwand auf ca. 4 Mio. € pro Jahr.

Berlin, den 09. Dezember 2011

MichaelMüller

Senator für Stadtentwicklung und Umwelt

(Eingang beim Abgeordnetenhaus am 21. Dez. 2011)

Dateien:
n17-00519.pdf