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bln/pl/Finanzen/Bezirke/ZF1/ (Zusammenfassung - Neu: mehr Details) Mehr Geld für Bezirke - Linke
fordert weitere Stellen für Jugend- und Ordnungsämter - Debatte um
neues Finanzierungssystem --Von Christina Schultze-- (Mit Interview und
Infokasten)=
Berlin (ddp-bln). Die Linke will in den
bevorstehenden Beratungen über den Doppelhaushalt 2008/2009 mehr Geld
für die Bezirke fordern. Nach Darstellung von Vizefraktionschef Stefan
Liebich werden mindestens zehn Millionen Euro zusätzlich gebraucht, um
unter anderem «zweckgebunden» neue Stellen in Jugend-, Gesundheits- und
Ordnungsämtern zu schaffen. Mit dem Vorstoß reagiert die Linke
auf eine massive parteiübergreifende Kritik aus den Bezirken. Zum
Jahresende strebt sie zudem eine grundsätzliche Diskussion über ein
neues Finanzierungssystem an.
Das Thema stehe für seine
Partei «ganz oben auf der Prioritätenliste», sagte Liebich. Zwar habe
die Koalition bereits entschieden, die Personalkosten für die Bezirke
2008/2009 um 25 Millionen Euro aufzustocken, das reiche jedoch nicht
aus. Wenn das Land den Bezirken immer mehr Aufgaben wie beim Jugend-
und Nichtraucherschutz oder der Umweltzone zuweise, müsse das auch
finanziert werden. Der Vizefraktionschef rechnet damit, dass die
Forderung ein «Streitthema» mit der SPD-geführten Finanzverwaltung
werde.
Nach den Vorstellungen der Linken sollen 50
neue Stellen für die Jugendämter und 36 für die Gesundheitsämter
bereitgestellt werden, um die wachsenden Aufgaben beim Kinderschutz
abzusichern. Auch für die Ordnungsämter fordert die Linke 50
zusätzliche Stellen, damit der Nichtraucherschutz in Gaststätten und
die Einhaltung der Umweltzone wirksam kontrolliert sowie so genannte
Flatrate-Partys unterbunden werden können.
Zugleich sollte das
Verfahren zur Finanzierung der Hilfen zur Erziehung wieder geändert
werden, sagte Liebich. Wenn die Zahl der zu betreuenden Familien
steige, müssten zusätzliche Kosten nachträglich erstattet werden. Diese
so genannte Basiskorrektur wurde von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD)
gestrichen, nachdem der Senat kürzlich auf Druck der Bezirke eine
Anhebung der Mittel für die Erziehungshilfe 2008/2009 um insgesamt rund
40 Millionen Euro beschlossen hatte. Zuvor war in diesem Bereich
drastisch gekürzt worden. Nach Angaben Liebichs haben sich die
Fallzahlen 2007 im Vergleich zum Vorjahr bereits jetzt um 1,5 Prozent
erhöht.
Außerdem will sich die Linke dafür
einsetzen, dass die Bezirke mehr Geld für die Bauunterhaltung von
Gebäuden bekommen. Der Senat fordere von den Bezirken, dass sie statt
0,9 Prozent des Wiederbeschaffungswertes der Gebäude künftig 1 Prozent
für Reparaturen aufwenden müssen, sagte Liebich. Von den dafür
notwendigen 15 Millionen Euro erhielten sie aber nur 10 Millionen. Die Linke fordere, dass auch das restliche Drittel bereitgestellt werde.
Nach der Verabschiedung des Haushalts Anfang Dezember im
Abgeordnetenhaus wolle die Partei mit der SPD über ein anderes
Finanzsystem für die Bezirke sprechen, kündigte der Vizefraktionschef
an. Das bisherige Verfahren sei «intransparent und politisch nicht mehr
steuerbar». Beide Seiten hätten sich im Koalitionsvertrag ohnehin
darauf verständigt, das alte Modell zu überprüfen.
Liebich
plädiert weiterhin für sogenannte Globalsummenhaushalte, bei denen die
Bezirke im Prinzip selbst entscheiden können, wie sie ihre Schwerpunkte
setzen. Durch gesetzliche Regelungen und staatliche Vorgaben würden die
Spielräume jedoch zunehmend eingeschränkt. Deshalb seien die strikten
Obergrenzen für die Ausgaben «nicht mehr sinnvoll», sagte Liebich.
Preissteigerungen, darunter für Wasser und Strom, sowie Zusatzkosten
durch neue Aufgaben müssten durch höhere Zuwendungen ausgeglichen
werden. Liebich betonte: «Es kann nicht sein, dass Schwimmbäder aus
Landesmitteln saniert werden, die daneben liegende Bibliothek oder
Turnhalle aber geschlossen werden muss, weil die Bezirke kein Geld
haben".
(Quellen: Liebich im ddp-Interview)
(folgt Infokasten, Interview bereits gesendet)
ddp/chs/muc
021209 Aug 07
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